TU Darmstadt und TBT forschen an neuer Zusammensetzung von Beton und Estrich

Traunstein, den 17. Mai 2018 - „Wir leben Beton und Estrich“ - das ist bei der Transportbeton Traunstein GmbH (TBT) nicht bloß eine Aussage. In der Traunsteiner Sonntagshornstraße wird nämlich an allen Ecken und Enden geforscht, um für die jeweiligen Anwendungsmöglichkeiten mit den unterschiedlichsten Anforderungen, den besten Baustoff für den Kunden zu fertigen.

Zum Thema „gummimodifizierter Beton und Estrich“ wird gerade gemeinsam mit der TU Darmstadt geforscht. Was darunter zu verstehen ist und worum es in diesem Projekt geht, verrät der Technische Leiter von TBT, Jörg Maier.

„Es gibt bei uns frost- und tausalzbeständige Betone. Diese werden in der Regel mit einem Luftporenbildner (Betonzusatzmittel) hergestellt. Das bringt künstliche Mikroluftporen in den Beton ein. Diese sollen eine Wassereindringung verhindern. Dringt trotzdem Wasser ein, so kann dies in den Poren ausweichen. In einem gemeinsamen Forschungsprojekt mit der TU Darmstadt wird nun geprüft, ob man statt Luftporenbildner auch Gummigranulat, sprich kleine Gummikugeln, aus recycelten Altreifen einsetzen kann“, so Maier über das einzigartige Projekt.

Es ist schwer feste Größen zu erreichen

Warum man es nicht bei dem erprobten Luftporenbildner belässt, ist einfach erklärt: „Der Beton muss einen bestimmten Luftporengehalt erreichen, um frost- und tausalzbeständig zu sein. Wir reden hier von 5 bis 5,5 % Luftporengehalt. Dies hängt aber von verschiedenen Faktoren wie der Betontemperatur oder der -konsistenz ab. Es ist daher schwer, feste Größen zu erreichen. Das Gummigranulat soll hier Abhilfe verschaffen und unabhängig von Temperatur und Konsistenz die gleiche Wirkung erzielen. Vom Ansatz her eine gute Idee, wäre hier nicht die Frage der Verteilung und der Dosierung, um die es nun unter anderem in diesem Projekt geht.“

Denkbare Anwendungsmöglichkeiten für den gummimodifizierten Beton sehen TBT und die TU Darmstadt auch im Bereich Estrichbau zur Tritt- und Luftschalldämmung (um sich darunter Glas- und Mineralwolle zu ersparen) sowie im Straßenbau. „Straßenbeton ist einem hohen Verschleiß an der Oberfläche ausgesetzt und um dem entgegenzuwirken wird derzeit Granitsplit verwendet. Wir werden jetzt Probekörper mit verschiedenen Gummigranulat-Abmischungen erstellen, die danach von der TU Darmstadt mit einem bestimmten Verfahren an der Oberfläche belastet werden, um die Verschleißwiderstände messen zu können“, so Maier.

Vom Labor in die Praxis

„Für uns ist es eine großartige Sache in dieses Projekt involviert zu sein und die Ergebnisse der Laborversuche mit kleinen Mischern nun auch auf Betonmischern zu testen, die in der Praxis auch eingesetzt werden. Die TU Darmstadt ist hier einzigartig mit den notwendigen Analysegeräten ausgerüstet, um den Baustoff genauestens unter die Lupe zu nehmen. Mitte September werden dann die Ergebnisse der bisherigen Versuche präsentiert und alle weiteren Punkte besprochen“, so Maier über den Ablauf und den Zeitplan des Projekts.

„Die beste Qualität zu liefern ist fest in unserer Firmen-DNA verankert. Daher hat Forschung und Entwicklung bei uns im Unternehmen einen sehr großen Stellenwert. Sei es bei unserem neuen Projekt, dem Aubergtunnel in Altenmarkt an der Alz, wo wir Betonversuche für eine passende Rezeptur zum optimalen Brandschutz für die Tunnelinnenschale machen, oder eben bei diesem einzigartigen Forschungsprojekt mit der TU Darmstadt zu gummimodifiziertem Beton und Estrich!“, so TBT-Geschäftsführer Thomas Janzen.